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UN-Experten: Recycelte Kunststoffe für Lebensmittel benötigen stärkere Schutzmaßnahmen.

13-06-2026

Laut einem neuen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) können recycelte Kunststoffe dazu beitragen, die wachsende globale Abfallkrise zu mildern, vorausgesetzt, es gibt strenge Vorschriften für Lebensmittelverpackungen, um Verunreinigungen zu verhindern.

UN experts: Recycled plastics for food need stronger safeguards

kann der QR-Code zum Herunterladen des Berichts verwendet werden.


Die FAO warnt davor, dass recycelte Kunststoffe und alternative Verpackungen zur Abfallvermeidung beitragen können, vorausgesetzt, die Recyclingsysteme werden streng kontrolliert, um die Migration schädlicher Chemikalien in Lebensmittel zu verhindern.


Lebensmittelverpackungen sind zentraler Bestandteil moderner Lebensmittelsysteme und tragen dazu bei, die Qualität zu erhalten, die Haltbarkeit zu verlängern und Lebensmittelverluste zu minimieren. Angetrieben durch das rasante Wachstum der Branche wird der Markt Prognosen zufolge von rund 505 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf über 815 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen. Der sprunghafte Anstieg des Verbrauchs von Kunststoffverpackungen hat jedoch Umweltbedenken hervorgerufen. Derzeit werden weniger als 10 % des weltweiten Kunststoffabfalls recycelt – eine Zahl, die voraussichtlich steigen wird, sobald die Staaten ihre Ziele für nachhaltige Entwicklung vorantreiben.



1. Komplexe Recyclingströme


Im Gegensatz zu vielen anderen Recyclingmaterialien müssen Lebensmittelverpackungen strenge chemische Sicherheitsstandards einhalten.


Lebensmittelbehälter und -verpackungen aus Kunststoff können Tausende von Herstellungsstoffen enthalten, darunter Stabilisatoren, Beschichtungen, Pigmente und Weichmacher. Darüber hinaus können durch unsachgemäße Sortierung, Umwelteinflüsse oder vorherige Nutzung durch Verbraucher weitere Verunreinigungen eingebracht werden.


Darüber hinaus zeigt die Analyse der FAO, dass recycelte Kunststoffe im Vergleich zu Neuware höhere Konzentrationen an Metallen, Flammschutzmitteln, Phthalaten und persistenten organischen Schadstoffen (POP) aufweisen können.

UN experts: Recycled plastics for food need stronger safeguards

FAO-Schritte für das Recycling von Kunststoffen für Lebensmittelkontaktmaterialien: Überlegungen zur Lebensmittelsicherheit


Experten betonen, dass recycelte Kunststoffe, die für Lebensmittel zugelassen sind, nach strenger Reinigung, Aufbereitung und behördlicher Prüfung genauso sicher sein können wie Neuware. In der EU beispielsweise gelten für zugelassene recycelte Lebensmittelkontaktmaterialien dieselben Standards wie für neu hergestellte Kunststoffe.


Die zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass recycelte Kunststoffe und alternative Lebensmittelkontaktmaterialien zwar ökologische Vorteile bieten, aber auch erhebliche Probleme für die Lebensmittelsicherheit mit sich bringen können, erklärte Herr Fatori. Die Anwendung der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ist unerlässlich, muss aber korrekt erfolgen.



2. Neue Materialien, neue Probleme


Die Analyse untersucht auch alternative Verpackungsmaterialien – wie Biokunststoffe, Pflanzenfasern und proteinbasierte Materialien –, die zunehmend als nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen vermarktet werden.


Biobasiert zu sein bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es biologisch abbaubar ist. Bestimmte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr sind chemisch identisch mit herkömmlichen Kunststoffen, während andere spezifische Bedingungen zum Abbau benötigen.


Der Bericht warnt davor, dass pflanzenbasierte Verpackungen landwirtschaftliche Risiken bergen könnten, wie beispielsweise Pestizidrückstände, Toxine und Schwermetalle. Ebenso könnten proteinbasierte Materialien zur Migration von Allergenen wie Gluten in Lebensmittel führen.


Ähnlich wie herkömmliche Kunststoffe sind auch viele Alternativen auf chemische Zusätze angewiesen, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Allerdings fehlen für einige von ihnen noch immer ausreichende Langzeitdaten zur Sicherheit.

UN experts: Recycled plastics for food need stronger safeguards

Unsplash/Calvin Sihongo: Plastik wird in Johannesburg, Südafrika, zum Recycling gesammelt.



3. Fehlendes Bewusstsein für Mikroplastik


Die Analyse geht auch auf die zunehmenden Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln und Getränken ein. Der Nachweis mikroskopisch kleiner Plastikpartikel in menschlichem Blut, Lunge, Muttermilch und Plazenta durch Wissenschaftler bestätigt eine weitverbreitete Belastung.


Das Fehlen zuverlässiger und einheitlicher Methoden zur kontinuierlichen Erfassung und Messung dieser Partikel erschwert jedoch die genaue Bewertung der Gesundheitsrisiken.


Der Bericht weist darauf hin, dass auch Recyclinganlagen selbst eine Quelle der Mikroplastikverschmutzung sein können, insbesondere während des mechanischen Recyclingprozesses, bei dem Kunststoffe in kleinere Teile zerlegt werden.


„All dies muss mit einem ordnungsgemäß kontrollierten Recyclingprozess beginnen, der die Reinigung und die Entfernung chemischer Verunreinigungen umfasst“, sagte Herr Fattori.

UN experts: Recycled plastics for food need stronger safeguards

Unsplash/Arshad Pooloo: Viele Plastikartikel, wie zum Beispiel Getränkeflaschen, sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt.



4. Hinwendung zu globalen Standards


Es wird erwartet, dass diese Ergebnisse Einblicke in die laufenden Diskussionen der Codex-Alimentarius-Kommission liefern werden, einem internationalen Gremium für Lebensmittelstandards, das von der FAO und der WHO gegründet wurde.


Der Bericht weist darauf hin, dass die unterschiedlichen regulatorischen Ansätze in Bezug auf recycelte Kunststoffe und Lebensmittelkontaktmaterialien in den verschiedenen Ländern Herausforderungen sowohl für den Handel als auch für den Verbraucherschutz darstellen.


„Unsere Rolle besteht darin, die Länder zu unterstützen, angefangen bei der Harmonisierung der Vorschriften in Bezug auf die Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit, zum Beispiel im Zusammenhang mit Verpackungsmaterialien“, sagte Herr Fattori.


Der Bericht zeigt, dass harmonisierte globale Standards es den Ländern ermöglichen werden, wissenschaftlich fundierte Lebensmittelsicherheitssysteme zu stärken und gleichzeitig zur Reduzierung von Plastikmüll beizutragen. 



Quelle: UN-Nachrichten

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